Torsten Sträter gern auch mal Väterchen Sträterchen von seinen Mitstreitern genannt, ist im wahren Leben tatsächlich Vater, allerdings nicht der von Murat Kayi, Fräulein Nina und Tobi Katze, was die drei, aber nicht er bedauern. Mit diesen “Vollpfosten”, wie er sie „liebevoll‟ nennt, tritt er am Liebsten sehr selten auf, da er das sonst nervlich schlecht verkraftet. Reicht ja auch eigentlich schon, wenn die Gäste der Gruppe da die Tür einrennen. Ansonsten ist er hauptberuflich Horror-Roman-Autor und vorallem Slammer-König der deutschprachigen Szene.
Spaß bei Seite und Ernst her: der Typ ist der Hammer. Mit Worten nicht zu beschreiben, außer mit seinen eigenen. Sträter braucht keine Show-Termine, er ist eine einzige Show und somit auch viel solo auf Lese- und Slambühnen des Landes unterwegs. 2009 erlangte er den Titel NRW- Poetry-Slam-Meister, beim diesjährigen National-Wettbewerb in Hamburg landete er zusammen mit Patrick Salmen im Duo im Finale und hat nebenbei sein sehr erfolgreiches Buch “der David ist dem Goliath sein Tod” im Carlsen-Verlag veröffentlicht.
Murat Kayi ist der einzige evangelische Türke weit und breit und darüber hinaus noch dazu am Liebsten Deutscher. Es scheint, er ist der Wohlerzogenste von den Vieren der Guten Tacheles-Show, denn wenn er nicht stets ein gebügeltes Hemd bei den Auftritten tragen würde, täte es sonst keiner. Mit seinem teils kindlichen Gemüt vermag er auch ältere Herrschaften im Publikum durch seine pure Anwesenheit zu beglücken, dafür muss er noch nicht mal einen Piep sagen. Tut er aber. Zwischen Tief- und Weichspülgang rangeln sich seine Texte um Identitäten und Alltags-Banalitäten wie z. B. die Aufteilung der Aufgaben im Haushalt zwischen ihm und seiner Liebsten.
Murat Kayi ist freischaffender Künstler, Autor und Musiker und greift manchmal zu seiner Stahlsaiten-Gitarre, um den Gästen der Show und seinen Kollegen nochmal ganz andere Töne um die Ohren zu blasen.
www.muratkayi.de
Fräulein Nina ist irgendwie auch Quotenfrau, vorallem aber der einzig wahre Kerl am Tisch.Sie plaudert über Not-OPs, Fetisch-Frisör- oder aberwitzige Amtsbesuche auf St. Pauli. Dabei strahlt sie einer Biederkeit aus, dass die Kollegen Sträter, Kayi und Katze sich mehrmals pro Show den von ihr aufgewirbelten Staub von den nur zum Teil gebügelten Hemden abstreifen müssen.
Wenn gar nichts mehr geht, im Gerangel um das Rampenlicht, ist sie sich auch nicht zu schade, herum zu zicken, wie´s im Lehrbuch für unliebsame Mädchen und Fräuleins steht. Besserwisserisch und altklug ist sie auch noch, denn studiert hat sie bis der Arzt kam und ihr verschrieb, doch endlich mal was zu machen, was ihr so richtig gute Laune bereitet: schreiben, reden, singen. –schreiben, reden, lamentieren und singen.
Seitdem sie darauf keine Rücksicht mehr nimmt, arbeitet sie freischaffend als Künstlerin, Sängerin und Autorin, seit 2006.
www.fraeulein-nina.de
Tobi Katze das Tier unter den vier Autoren von Guten Tacheles lässt sich nicht lange bitten und startet stets als erster Vorleser die Show. Schnurrend ist er dabei selten, eher kratzig und bissig, fast wie ein Hund, aber eben nur fast, katzig eben. Wenn er mit seinen Wortspielen aufwartet, gibt´s kaum noch ein Halten – außer einer der anderen Drei zieht an seiner Leine.
Tobi Katze ist der ewige Jüngling aus der Truppe, wird trotzdem bald dreißig. Er übersteht bestens Nachfragen, ob er an sich denn schon mal einen Bartwuchs feststellen konnte. Wenn er dann zurückschlägt, hat er meistens das letzte Wort: Katze eben. Ob er von Tankern, die vor Amrum sinken berichtet oder von seiner noch nicht allzu viele Jahre zurückliegenden Jugend im dörflichen Ruhrgebiet berichtet, Tobi Katze macht Literandale und so schimpft sich auch sein aktuelles Soloprogramm.
Tobi Katze ist seit 2010 freischaffender Autor und seit vielen Jahren auch als Filmemacher tätig.
http://derkatze.de